Foto: Freie Wähler Esslingen e.V.
Ein Umzug der Bücherei ins Kögel bringt mehr Chancen als der Verbleib im Pfleghof. Wenn jetzt rund 20 Mio. Euro investiert werden, muss diese große Investition die Bücherei endlich nachhaltig stärken und nicht nur den bestehenden Mangel festzementieren. Erst recht in finanzell schwierigen Zeiten.
Am bisherigen Standort im Pfleghof sind die Defizite seit über 20 Jahren bekannt: zu wenig Fläche, eingeschränkte Barrierefreiheit, eine zu kleine und wenig attraktive Kinder- und Familienbibliothek sowie eine deutlich unterdimensionierte Jugendbibliothek. Auch moderne, flexibel nutzbare Räume für neue Lern- und Veranstaltungsformate sind dort nur sehr begrenzt möglich. Eine zeitgemäße Bibliothek muss offen, einladend und von außen klar als Treffpunkt erkennbar sein. Für 20 Millionen Euro darf kein saniertes Provisorium entstehen, das weiterhin vor allem dem Stammpublikum dient, sondern ein Haus für die gesamte Stadtgesellschaft.
Wenn jetzt so viel Geld in die Hand genommen wird, ist es illusorisch zu glauben, dass in wenigen Jahren weitere Millionenbeträge für eine Erweiterung der Bücherei in der Heugasse 11 oder ein Abriss der Nanzhalle in der Webergasse bereitgestellt werden. Dann sind andere Projekte endlich an der Reihe. So platzen etwa die städtischen Museen aus allen Nähten; zentrale Aspekte der Esslinger Stadtgeschichte – etwa die Wiege der Industrialisierung in Württemberg – können bislang nicht angemessen präsentiert werden. Unter dem Strich gilt für uns: Wenn schon rund 20 Mio. Euro investiert werden, dann muss sie der Bücherei endlich den dringend notwendigen Modernisierungs- und Erweiterungsschub geben. Sonst verpufft die teure Investition.

