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Mit der Ankündigung von Verteidigungsminister Pistorius zum 1.1.2026 einen neuen freiwilligen Wehrdienst mit Pflicht- und Zwangselementen einzuführen, hat sich die Zahl der Kriegsdienstverweigerer binnen Jahresfrist von 2.998 auf 7.691 Anträge mehr als verdoppelt.
Davon waren rund 1500 Reservisten der Bundeswehr, die nachträglich der Kriegsdienst mit der Waffe verweigerten. Zudem verlassen jährlich 4.000 – 5.000 Männer und Frauen die Bundeswehr aus vielfältigen Grunden in den ersten sechs Monaten ihrer Dienstzeit.
Für das Friedensbündnis Esslingen wird deutlich, dass viele Männer nicht zum Töten bereit sind oder im Krieg selbst getötet zu werden.
Mit dem neuen Gesetz gibt es für Kriegsdienstverweigerer einige wichtige Änderungen. Der KDV-Antrag muss mit den Unterlagen Lebenslauf und Begründung zusammen an das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, Militärringstraße 1000 in 50737 Köln geschickt werden und nicht mehr an das Karrierecenter nach Stuttgart. Von Vorteil ist, dass für viele Verweigerer die Musterung vorerst entfällt, da die Bundeswehr keine Musterungskapazitäten hat.
Das Friedensbündnis weist darauf hin, dass man sich vor einer KDV-Antragstellung unbedingt beraten lassen sollte, um Fehler zu vermeiden. Auf der Webseite www.dfg-vk.de gibt es wichtige Hinweise zu den Antragsunterlagen und dem Verfahrensablauf sowie Beratungsstellen, an die man sich wenden kann.
Das Friedensbündnis kritisiert, dass das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung das einzige Grundrecht ist, das nur auf Antrag, Prüfung und Bewilligung gewährt wird. Das Friedensbündnis setzt sich gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und für das uneingeschränkte Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein.

