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Vesperkirche Esslingen

Bürgermeister packen mit an

Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Noch herrscht Ruhe im Evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz. Die Tische der Vesperkirche sind gedeckt, in einer halben Stunde ist Einlass für die Gäste. Zeit für Vesperkirchenleiter Bernd Schwemm und Beate Latendorf vom Organisationsteam, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in ihre Aufgaben einzuweisen. Unter ihnen ist an diesem Tag auch die Rathausspitze mit Oberbürgermeister Matthias Klopfer, Erster Bürgermeister Ingo Rust, Baubürgermeister Hans-Georg Sigel und Sozialbürgermeister Yalcin Bayraktar. Sie werden bei der Ausgabe von Speisen und Getränken und beim Servieren an den Tischen helfen und wollen damit auch ihre Wertschätzung gegenüber den Haupt- und Ehrenamtlichen ausdrücken. 
Für OB Klopfer ist die Vesperkirche ein fester Termin im Kalender. Ein Besuch in der Vesperkirche erde ihn immer wieder, betont er. „Ich nutze gerne die Zeit, um mit den Gästen und den Mitarbeitenden zu sprechen.“ Im Gespräch erfahre er nicht selten von versteckter Armut und Einsamkeit. Das verändere die eigene Sichtweise: „Manche unserer Probleme sind dann doch Luxusprobleme.“ Dass er an diesem Tag wegen eines Skiunfalls als Helfer ausfällt, bedauert er.
Ingo Rust hat schon öfter in der Vesperkirche mitgeholfen. Auch für den Finanzbürgermeister ist es eine gute Gelegenheit, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Mit seinem Besuch wolle er aber auch denen Anerkennung zeigen, die sich ehrenamtlich für ein solch wichtiges Projekt engagierten. Yalcin Bayraktar hat sich zum ersten Mal die Vesperkirchen-Schütze umgebunden. Doch er bringt Erfahrung mit: Als Student habe er als Kellner gejobbt, verrät er.Er schätzt die Begegnung auf Augenhöhe: „In der Vesperkirche spielt es keine Rolle, wer man ist.“ Und man erfahre so manches darüber, „wie die Menschen in der Stadt leben und was sie brauchen“. Hans-Georg Sigel steht an der Essensausgabe. Auch er will genau hinhören. „Hier erfährt man, was die Menschen bewegt, gerade in einer Zeit, die für viele alles andere als einfach ist.“