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Viele Menschen mit Migrationsgeschichte sind in Deutschland geboren, hier aufgewachsen und haben nie woanders gelebt. Und trotzdem besitzen sie viele bis heute nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, sondern nur die, die ihnen ihre Eltern vererbt haben. Auch ich gehörte dazu. Auch ich musste meinen Aufenthaltsstatus regelmäßig im Bürgeramt Esslingen verlängern lassen, obwohl ich 1984 in Esslingen geboren wurde. 46% der Bevölkerung in Esslingen einen Migrationshintergrund.
Wir sind längst Teil dieser Gesellschaft. Wir arbeiten hier, zahlen Steuern, gründen Unternehmen, engagieren uns ehrenamtlich und halten in vielen Bereichen dieses Landes den Betrieb aufrecht – in Kitas, Krankenhäusern, im Handwerk, in der Industrie, in Verwaltungen oder im Einzelhandel. Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands wäre ohne die Gastarbeiter* so nicht möglich gewesen.
Doch Teil dieser Gesellschaft zu sein bedeutet mehr, als nur mitzuwirken. Es bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Eine der wichtigsten Pflichten in einer Demokratie ist das Recht zu wählen.
Viele unserer Eltern wissen sehr genau, was es heißt, in einem Land ohne freie Wahlen zu leben. Manche mussten für demokratische Rechte kämpfen, andere sogar für die Unabhängigkeit ihres Heimatlandes. Demokratie war für sie keine Selbstverständlichkeit, sondern ein hart erkämpftes Gut.
Gerade deshalb dürfen wir heute nicht gleichgültig bleiben. Wer nicht wählt, überlässt anderen die Entscheidungen – über Bildung, soziale Gerechtigkeit, Zusammenhalt und unsere Zukunft.
Einbürgerung ist kein Bruch mit der eigenen Geschichte. Sie ist ein Bekenntnis zu diesem Land und unserem Grundgesetz. Demokratie lebt von Beteiligung.
Mehr Informationen unter:
https://www.landkreis-esslingen.de/start/service/fragen+und+antworten+einbuergerung.html

