Foto: Jörg Sanzenbacher
Durch das Engagement unseres Vereins wurden ab 2019 alle Schulen und Kindergärten in Esslingen in kommunaler Trägerschaft auf Schadstoffe untersucht.
Hintergrund war die heimliche PCB-Sanierung der Grundschule Sulzgries. Zusammen mit der Esslinger Zeitung hat unser Verein dieses Vorgehen ans Licht gebracht und erreicht, dass auch an anderen Schulen Schadstoffmessungen durchgeführt wurden. Im Gegensatz zu Sulzgries wurden auf dem Zollberg nicht nur die Sanierungsgrenzwerte überschritten, sondern auch die Interventionsgrenzwerte. Der Schulunterricht musste deshalb in Container verlagert werden.
Was ist PCB?
Die Stoffgruppe gehört zu den halogenierten Kohlenwasserstoffen, die auch als Ewigkeitschemikalien bekannt sind. Neben der Persistenz von PCB wurde auch ihre schädliche Wirkung nachgewiesen. Besonders schädlich sind die dioxinähnlichen PCB, die auf dem Zollberg oder der Grundschule St. Bernhardt nachgewiesen wurden. Während Asbest spezifische Krankheitsbilder verursacht, wie Asbestose oder Lungenkrebs, sind die möglichen PCB-Krankheitsbilder unspezifisch und somit nur statistisch nachweisbar. Die fruchtschädigende Wirkung von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB ist heute unstrittig.
Sporthalle der Zollberg-Realschule
Warum wird die Sporthalle weder saniert noch neu gebaut, trotz massiver PCB-Belastung? Offizieller Grund: Die Luftmessungen lagen (aufgrund des höheren Raumvolumens) unterhalb des Interventionsgrenzwertes.
Transparenz
2019 hat die Stadtverwaltung versprochen, künftig alle Schadstoffgutachten öffentlich zu machen. Man wollte aus dem Debakel um die heimliche Sanierung in Sulzgries gelernt haben. Wir hatten dann jederzeit Zugriff auf aktuelle Messwerte. Der aktuelle Oberbürgermeister hat sich allerdings dazu entschieden, dieses Versprechen zurückzunehmen. Seitdem bleiben die Gutachten erneut unter Verschluss. Setzt Klopfer darauf, ehrenamtliches Engagement für Gesundheitsschutz mürbe zu machen?

