Foto: WIR und Sportplätze erhalten
Mit unserem Format NACHGEFRAGT geben wir Menschen in Esslingen eine Stimme. Am vergangenen Samstagvormittag – kalt, aber von Wintersonne begleitet – war Katja Beck in der Stadt unterwegs: Was bewegt Bürgerinnen und Bürger?
Am Postmichelbrunnen:
Zwei junge Mütter machen ihrem Ärger Luft. Die Kita-Gebühren seien in Esslingen die höchsten – mit steigender Tendenz. Gleichzeitig investiere die Stadt 20 Millionen Euro für Ankauf und Umbau des Kögels: „Das passt einfach nicht zusammen“. Zudem sei es nahezu unmöglich, eine bezahlbare Vier-Zimmer-Wohnung unter 2.000 Euro warm zu finden.
Auf dem Wochenmarkt:
Eine Bürgerin fordert bessere Rahmenbedingungen für den Umweltverbund. Der ÖPNV brauche solide Finanzierungsgrundlagen, damit Buslinien nicht weiter ausgedünnt würden. Außerdem regt sie die Einführung eines Mobilitätspasses an.
Ein älterer Bürger stellt fest, dass die Verwaltung seiner Wahrnehmung nach sich zunehmend von den Menschen entferne. Selbst bei akuten Problemen fühlten sich ältere Mensche nicht ernst genommen.
Nahe Vogelsangbrücke:
Ein älterer Bürger zeigt sich besorgt über den drohenden Verlust des Bolzplatzes auf dem Zollberg. Für ihn ist klar: Wenn Kindern wohnortnahe Sport- und Begegnungsräume genommen werden, verlieren sie mehr als einen Platz zum Kicken. Ohne Alternativen verbrächten sie ihre Zeit zunehmend online – ein Nährboden für Orientierungslosigkeit und politische Radikalisierung.
In der Innenstadt:
Ein älteres Paar aus der Pliensauvorstadt sowie eine junge Frau aus der Innenstadt empfinden die Vielzahl an Baustellen derzeit als belastend – etwa am Aufstieg nach Wäldenbronn oder am Roßmarkt –, auch wenn sie für einzelne Maßnahmen Verständnis hätten.
Bahnhofsvorplatz:
Mit ernster Stimme berichtet ein Bürger von seiner Angst vor zunehmender Kriminalität rund um den Bahnhof. Besonders abends sei die Unsicherheit zu spüren. Sein sehbehinderter Sohn müsse den Platz regelmäßig überqueren – und habe dabei jedes Mal ein ungutes Gefühl.

